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Die Anfänge der Lithogra...
Die Geschichte des Flachdruckes begann mit dem Jurastudenten Alois Senefelder (1771...
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Farbe kommt ins Spiel...
Der französische Lithograf Godefroy Engelmann meldete 1837 die farbige Lithographie...

Die Anfänge der Lithografie...

Die Geschichte des Flachdruckes begann mit dem Jurastudenten Alois Senefelder (1771 – 1834). Er hatte eine ausgeprägte Vorliebe für das Schreiben von Theaterstücken. Die Verlage, denen er seine Stücke angeboten hatte, waren durchweg wenig begeistert. Deshalb suchte er nach Wegen, seine eigenen Theaterstücke qualitativ hochwertig und gleichzeitig preiswert zu vervielfältigen. Denn die zu seiner Zeit sehr hohen Druckkosten konnte er nicht aufbringen. Also suchte er nach einer günstigen Alternative, und so kam er bald auf den „Steindruck“. Er machte sich die Tatsache zunutze, dass sich Fett und Wasser abstoßen. Er bereitete eine flache und völlig ebene Steinplatte vor. Was gedruckt werden sollte, wurde spiegelverkehrt mit fetthaltiger Tusche oder Kreide auf den Stein aufgebracht. Dann wurde der Stein mit Wasser behandelt und fetthaltige Farbe aufgetragen. Die Farbe haftete nur auf den fettigen Teilen, von den feuchten Partien wurde sie abgestoßen.

Das Ende...

Nach 1920 wurde der Steindruck von anderen Techniken so gut wie abgelöst. Es gab nur noch wenige Bereiche, die für die Lithografie übrig blieben. Blechdruck, Abziehbilder, Karten zur Erdvermessung und künstlerische Grafiken blieben Arbeitsgebiete für Lithografen. Bis zum Jahr 1956 war Steindrucker und Lithograf ein Lehrberuf. Dann wurde dieser Ausbildungsgang aus den Lehrlingsrollen der Industrie- und Handelskammern entfernt. Heute ist es für Interessierte noch möglich, Grundkenntnisse der Lithografie an Fachhochschulen oder während eines Kunststudiums zu erwerben.

Der neue Beruf...

Der Bedarf nach immer mehr Plakaten wurde immer größer, so dass es nicht lange dauerte, bis sich ein neuer Berufszweig entwickelte. Gebrauchsgrafiker waren sehr gefragt, die sich zunächst aus anderen Berufen wie Malern und Architekten rekrutierten. Um 1900 entstand der Beruf des Plakatmalers und der des Werbegrafikers, Grundlagen für den späteren Grafikdesigner. Bis in die 1950er Jahre wurden Filmplakate noch lithografisch hergestellt. Es gab lange Zeit unzählige Anwendungen für die Lithografie: Ansichtspostkarten, Briefmarken, Etiketten, Verpackungen jeder Art, Ausgestaltungen für Zigarren und Zigaretten, Schecks, Sammel- und Abziehbilder – all das wurde mit Hilfe der lithografischen Drucktechnik hergestellt.

Neue Geschäftszweige...

Es entstanden neue Betriebe, die „Lithografischen Kunstanstalten“. Verlagshäuser richteten große Abteilungen ein, die sich nur mit der Kunstform der Lithografie beschäftigten. In den Jahren von 1855 bis 1880 steigerte sich die Zahl der lithographischen Erzeugnisse um ein Vielfaches. Es gab einen regelrechten Boom: Die Städte Berlin, Aschaffenburg, Hamburg und Nürnberg wurden zu Mittelpunkten der Lithographie. In Berlin hatten sich im Jahr 1898 fast 25 lithographische Kunstanstalten angesiedelt, in denen 100 bis 500 Angestellte arbeiteten. Als Beispiel sei die Firma Hagelbeck in Berlin genannt, die 750 Mitarbeiter hatte, die an 42 Steindruck-Schnellpressen arbeiteten.