Der neue Beruf

Der Bedarf nach immer mehr Plakaten wurde immer größer, so dass es nicht lange dauerte, bis sich ein neuer Berufszweig entwickelte. Gebrauchsgrafiker waren sehr gefragt, die sich zunächst aus anderen Berufen wie Malern und Architekten rekrutierten. Um 1900 entstand der Beruf des Plakatmalers und der des Werbegrafikers, Grundlagen für den späteren Grafikdesigner. Bis in die 1950er Jahre wurden Filmplakate noch lithografisch hergestellt. Es gab lange Zeit unzählige Anwendungen für die Lithografie: Ansichtspostkarten, Briefmarken, Etiketten, Verpackungen jeder Art, Ausgestaltungen für Zigarren und Zigaretten, Schecks, Sammel- und Abziehbilder – all das wurde mit Hilfe der lithografischen Drucktechnik hergestellt.

Neue Geschäftszweige

Es entstanden neue Betriebe, die „Lithografischen Kunstanstalten“. Verlagshäuser richteten große Abteilungen ein, die sich nur mit der Kunstform der Lithografie beschäftigten. In den Jahren von 1855 bis 1880 steigerte sich die Zahl der lithographischen Erzeugnisse um ein Vielfaches. Es gab einen regelrechten Boom: Die Städte Berlin, Aschaffenburg, Hamburg und Nürnberg wurden zu Mittelpunkten der Lithographie. In Berlin hatten sich im Jahr 1898 fast 25 lithographische Kunstanstalten angesiedelt, in denen 100 bis 500 Angestellte arbeiteten. Als Beispiel sei die Firma Hagelbeck in Berlin genannt, die 750 Mitarbeiter hatte, die an 42 Steindruck-Schnellpressen arbeiteten.