Werbung und künstlerische Plakate

Die Werbung war zum Ende des 19. Jahrhunderts sicher nicht so aggressiv und allgegenwärtig wie heute, doch die Werbeleute erkannten sehr schnell die Möglichkeiten, die in der Lithografie steckten. Städte und Gemeinden waren durch die neue Technik, die einfach und preiswert zu haben war, großen Veränderungen unterworfen. Plakate an Wänden und Litfasssäulen prägten zu dieser Zeit in immer größerem Ausmaß die Stadtbilder. Was diese Entwicklung sehr nach vorne brachte, waren französische Künstler, die das neue Medium für sich entdeckten, wie Jules Chéret und der berühmte Henri de Toulouse-Lautrec. Toulouse-Lautrec machte die großen Plakate zu einer eigenen Kunstform. Seine großformatigen Blätter, die durch einfache und klare Farbgebung bestechen, waren und sind aus jeder Sicht, auch aus großen Entfernungen, ein künstlerischen Erlebnis. In Deutschland machte sich Adolph von Menzel als Zeichner, Illustrator und Maler mit der Technik der Lithografie einen Namen.

Farbe kommt ins Spiel

Der französische Lithograf Godefroy Engelmann meldete 1837 die farbige Lithographie zum Patent an. Die „Chromolithografie“ war bis zu den 1930ger Jahren die allgemein übliche Methode, wenn sehr hochwertige und gute farbige Illustrationen hergestellt werden sollten. Die Darstellungen waren von sehr hoher Qualität, doch war das Verfahren ausgesprochen aufwendig.

Das Bild, das gedruckt werden sollte, wurde in all seine Farben und Farbschattierungen gespalten.

Bis zu 25 Farben waren möglich, und genau so viele Druckvorgänge waren nötig.
Die Farben wurden übereinander gedruckt, von den hellen bis zu den dunklen Farben.

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Presse, Satire und Bilderbögen

Auch die Presse erkannte bald die neuen Möglichkeiten. Die Fotografie war noch nicht erfunden, so dass man dankbar und schnell die Möglichkeit aufgriff, aktuelle Ereignisse zu illustrieren. Damit war es möglich, wichtige Ereignisse zu verdeutlichen und sie einem breiteren Publikum zugänglicher machen.

Auch die Karikatur bekam eine neue Dimension. Es war beispielsweise Honoré Daumier, der seine politischen und satirischen Karikaturen mit Hilfe von Lithografen veröffentlichen könnte. Vor allem in der Zeitschrift „Le Charivari“ kritisierte und illustrierte er die politischen Zustände seiner Zeit. Von 1830 bis 1872 erschienen rund 4000 Lithografien, die noch heute im Daumier-Register zu bewundern sind.

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